Henriette Burger Bar – Fritten, Currywurst und Burger wie von Großmutter

Essen und Trinken

Ich gestehe, mit Fleischgerichten kann man mich nur selten hinterm Ofen vorlocken. Einer der Gründe weshalb ich aber inzwischen nicht längst schon vegetarisch lebe, ist und bleibt wohl meine Vorliebe für frische und leckere Burger. Ob es dabei an den von mir allzeit heißgeliebten Pommes als obligatorische Burger-Beilage liegt, oder daran, dass man die berühmte Kombination aus Brötchen und Bulette mit gutem Gewissen auch ganz ohne Messer und Gabel verspeisen kann: ein guter Burger schmeckt einfach immer!


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Marco Zewe und Marvin Steck, die Gründer und Besitzer der Henriette Burger Bar, würden mir in diesem Punkt wohl voll und ganz zustimmen. Die beiden gelernten Einzelhändler ließen im vergangenen Jahr ihre Festanstellungen im Modehandel hinter sich, um sich mit ihrem ganz eigenen Laden in der Mannheimer Beilstraße selbstständig zu machen. Von der fixen Idee zweier Burger-Liebhaber bis zur tatsächlichen Umsetzung vergingen mehr als zwei Jahre. Seit letztem November darf sich der Jungbusch aber nun endlich über seine erste, eigene Burger Bar erfreuen.

Bereits beim Betreten der Burger Bar wird klar: hier haben sich Zwei mit Liebe und Leidenschaft zum Detail verwirklicht. Aus dem ehemaligen Wettbüro ist in mühevoller und schweißtreibender Arbeit ein wirklich gemütlicher Ort zum Schmausen, Trinken und Verweilen geworden. Freigelegtes Mauerwerk, Kerzenlicht und ein liebevoll, auf Flohmärkten und in Auktionshäusern zusammengesuchtes Interieur verleihen der Bar ein rustikales Retro-Ambiente wie zu Großmutters Zeiten.

Doch warum denn nun eigentlich Henriette? Stellvertretend für alle Omas dieser Welt steht auch die Mannheimer Henriette für traditionelles Kochen, ganz ohne Konservierungsstoffe oder Geschmacksverstärker. Und da Oma schon damals viel Wert auf regionale Produkte gelegt hat, beziehen auch Marco und Marvin ihre Produkte ausschließlich von ausgewählten Höfen und Betrieben aus der Region.

Ganz wie bei Großmutter, die das Kochen wohl genauso liebt wie ihre eigenen Enkel, kommt auch bei Henriette nur Selbstgemachtes auf den Tisch. So werden die feldfrischen BIO-Kartoffeln noch auf traditionelle Art und Weise in die perfekte Frittenform gedrückt und zu – selbstverständlich – hausgemachtem Ketchup und der unfassbar leckeren Basilikum- oder Chili-Mayonnaise gereicht. Die Fleischpatties, zu 100% aus ausgewähltem Rindfleisch, werden von Marvin und Marco jeden Morgen frisch durch den Fleischwolf gejagt und vor dem wohl schönsten Fliesenspiegel Mannheims auf Bestellung gebraten.

Mit Blick auf die tafelgeschriebene Speisekarte wird klar: sich hier auf nur einen Burger festzulegen, wird schwer. Ich vertraue daher der fachmännischen Empfehlung und entscheide mich für Marcos und Marvins persönlichen Lieblingsburger „Holzfäller Frühstück“. Der kommt im rustikalen Bun daher, mit Bio-Heumilchkäse, Salat, Tomaten, Bacon, Ketchup und einer hausgemachten Bacon-Whiskey-Marmelade, die mich geschmackstechnisch absolut umhaut! Alle Burgerbrötchen, erklären mir die Jungs, stammen von der regionalen Bäckerei „Die Brotpuristen“, mein rustikales Bun ist dabei mit einem Schuss Portwein und Rosmarin verfeinert. Das Fleisch ist auf den Punkt gegart, man schmeckt die frische und hervorragende Qualität – ich bin begeistert!

Unser Fotograf Sebo, seines Zeichens Vegetarier, wird ebenfalls fündig und entscheidet sich emanzipiert für die vegetarische Variante des „Damengedeck“-Burgers, der natürlich auch für alle Herren schmackhaft ist. Das saftige Veggie-Patty besteht dabei hauptsächlich aus Reis und Kidneybohnen, wobei die genaue Zusammensetzung natürlich Henriettes Geheimnis bleibt. Ein fluffiges Weizenbun und würzige Guacamole runden das Ganze ab, sodass auch Sebo nur kurze Zeit später bereits zufrieden vor seinem leergeputzen Teller sitzt. Gut, dass wir das Interview erst nach dem Essen führen – zwischen all dem genüsslichen Schmatzen wäre eine Unterhaltung wohl schlichtweg unmöglich gewesen.

Mit vollem Magen und einem süffigen Bier in der Hand lassen wir uns anschließend zum gemütlichen Plausch in Henriettes „Wohnzimmer“ nieder. Getreu dem Sprichwort „Nach dem Essen sollst du ruhn oder 1.000 Schritte tun“ entscheiden wir uns für Ersteres, das gemütliche Hinterzimmer lädt auf Sofa und Sessel zum Beisammensitzen ein, sogar Karten- und Brettspiele liegen zum Zeitvertreib bereit. Wären wir nicht zur Mittagszeit dort gewesen, hätte ich mich, schließlich heißt es ja nicht umsonst Burger B-A-R, sicher zu dem ein oder anderen Moskow Mule oder Himbeer-Thymian-Smash hinreißen lassen. Ein Kaffee oder Espresso nach dem Essen lässt sich hier aber natürlich ebenso gut trinken.

In unserem Interview verraten Marco und Marvin, wie schwer der Wechsel vom Textilhandel zur Gastronomie tatsächlich war, wer denn Henriette eigentlich ist und was sie am Mannheimer Jungbusch so sehr lieben.

Warum habt Ihr Euch mit der Henriette ausgerechnet im Mannheimer Jungbusch niedergelassen?

Marco Zewe: Marvin ist gebürtiger Mannheimer, ich bin vor über drei Jahren nach Mannheim gezogen und wohne inzwischen selbst im Jungbusch. Wir haben die Barkultur im Jungbusch beide kennen und lieben gelernt und sind begeistert, was die letzten Jahre hier an individueller Gastronomiekultur, wie dem Hagestolz, dem Sieferle & Sailer oder der Taproom Craft Beer Bar entstanden ist. Für uns war klar, unsere Henriette passt hier gut rein und bietet eine passende Bereicherung für den Stadtteil – auch wenn man in der Innenstadt sicherlich eine größere Frequenz an Laufkundschaft hätte haben können.

Marvin Steck: Wir haben uns bewusst gegen die Quadrate entschieden, weil wir mit unserem Barkonzept, trotz Mittagsangebot, den Hauptschwerpunkt auf das abendliche Geschäft legen möchten. Da bietet sich der Jungbusch, mit all seinem Entwicklungspotenzial und der Multikulturalität, einfach perfekt an. Unser Publikum bestätigt uns in dieser Entscheidung, hier kommt jeder gerne vorbei, ob Familie mit Kind, Nachtschwärmer oder Pärchen.

Wie schwer war der Umstieg von Textilhandel zur Gastronomie?

Marvin: Wir sind beide große Burger-Liebhaber und kochen seit Jahren auch gerne und viel selbst. Zuhause für eine Hand voll Freunde oder Familie zu kochen ist natürlich dennoch eine ganz andere Hausnummer als hier ein Patty nach dem anderen für Kundschaft zu braten. Die letzten Wochen, insbesondere kurz vor und nach der Eröffnung, waren sehr kräftezehrend. Statt 9-Stunden-Arbeitstag stehen wir jetzt 14 oder 15 Stunden im Laden auf den Beinen – aber mit der Motivation, damit etwas Eigenes aufzubauen, macht es dennoch jeden Tag wieder aufs Neue Spaß!

Marco: Da wir beide Gastronomieneulinge sind, haben wir uns bewusst auf ein Produkt, unseren Burger, konzentriert, mit dem Ziel, dieses zu perfektionieren und Top-Qualität zu garantieren. Die Rezepte und Zusammenstellungen entstehen dabei immer auch nach dem Kriterium, was uns beiden am besten schmeckt. Wir schmecken beispielsweise bei der Herstellung unserer Haussoßen solange ab, bis wir zufrieden sind.

Wie war die Reaktion aus Eurem Umfeld, als Ihr den Ersten von Eurer Geschäftsidee erzählt habt?

Marco: Die Reaktionen, egal ob Eltern, Familie oder Freunde, waren durchweg positiv, wir haben viel Unterstützung erfahren dürfen. Dennoch haben wir einige Monate mit der offiziellen Verkündung abgewartet, bis wir einen handfesten Businessplan in der Tasche hatten.

Marvin: Vor der eigentlichen Eröffnung haben wir drei Testessen mit Freunden und Familie veranstaltet. Spätestens ab dem ersten Biss und der Begehung des Ladens waren alle hin und weg. An diesen Abenden sind sogar die ein oder anderen Freudentränen geflossen.

Gibt es bei Euch eine klare Aufgabenverteilung?

Marvin: Nein, wichtige Entscheidungen fällen wir immer zusammen. Ansonsten wechseln wir uns ab, mal steht Marco in der Küche und trifft die Vorbereitungen für den nächsten Tag und ich stehe an der Platte und brate die Patties, mal andersherum. Wir unterstützen und entlasten uns gegenseitig so gut es geht.

Gab oder gibt es denn tatsächlich eine Henriette in Eurem Leben?

Marco: Der Name ist fiktional, dennoch steht Henriette stellvertretend für jede Oma dieser Welt, die das Kochen genauso liebt wie ihre eigenen Enkel und regionale Produkte sowie hausgemachte Rezepte zu schätzen weiß. Wir finden es wichtig zu wissen, wo das Essen eigentlich herstammt und wie es produziert wird. Eine Tatsache, die in der heutigen Esskultur leider oft völlig vernachlässigt wird. Großmutters Zeiten spiegeln sich demtensprechend auch in unserer Einrichtung wieder, auf deren Auswahl wir sehr viel Wert gelegt haben. So stammen unsere Fliesen beispielsweise tatsächlich aus einem alten Lager meiner Großeltern. andere Gegenstände, wie unsere Teller, haben wir nach und nach zusammengesammelt .

Henriette Burger Bar

Fotos: Sebastian Weindel (http://www.sebastian-weindel.de/)

ENGLISH VERSION:
Burger and fries – this must be the golden combination. There are a lot of burger bars in Mannheim but Henriette is somehow outstanding. Located in the pulsating neighbourhood Jungbusch, it is run by three guys who really love what they do. Henriette offers burgers, currywurst, fries and salads which taste really great. You can choose between classic burgers and exotic combinations, depending on what you’re up to. They also have a good selection of beer, so there’s nothing getting in your way to a good night in Jungbusch. The best is: in summer you can buy a burger and also enjoy it with a good craft beer at Taproom Bar just near by.

Besucht die Homepage:
www.henriette-burger-bar.de
Henriette auf Facebook

Henriette Burger Bar
Beilstraße 5
68159 Mannheim
Tel.: 0621-32697872
E-Mail: info@henriette-burger-bar.de

Öffnungszeiten:
Montag: 12:00–14:00 und 18:00–22:00
Dienstag: Ruhetag
Mittwoch: 12:00–14:00 und 18:00–22:00
Donnerstag: 12:00–14:00 und 18:00–22:00
Freitag: 18:00–00:00
Samstag: 18:00–00:00
Sonntag: 18:00–22:00

Haltestelle: Dalbergstraße
Straßenbahn: 2