Unsere 6 Highlights vom Maifeld Derby 2015

Musik

Das Maifeld Derby ist in allen Bereichen ein sehr untypisches Festival und genau deshalb mögen wir es ganz besonders gerne. Es ist groß genug, um die Qual der Wahl zwischen den tollen Bands und Künstlern zu haben, gleichzeitig ist es so klein, dass man ständig Freunden und Bekannten über den Weg läuft, ohne stundenlange „Wo-seid-Ihr-denn-gerade?“ SMS schreiben zu müssen.

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Außerdem kann man sich bestens im Parcours d’Amour erholen, wenn die Füße oder der Rücken vom vielen Stehen schmerzen. Nicht zu vergessen sind auch kleine Spielereien wie eine Derby-Fotowand und der alljährliche Wettbewerb im Steckenpferdrennen. Ganz nebenbei ist das Festival für uns und alle anderen Mannheimer direkt vor der Tür und welche Stadt kann das schon von sich behaupten?!

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Im Folgenden wollen wir Euch nun kurz und knackig in einer Zusammenfassung unsere persönlichen Highlights vorstellen. Denn neben den Headlinern wie José González, Mogwai und Róisín Murphy gab es auch für uns die ein oder andere Neuentdeckung sowie positive Überraschung!

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Highlight Nummer 1: Ghostpoet

Erst am Donnerstag haben wir dank der Spotify Playlist vom Maifeld Derby festgestellt, dass dieser Act ziemlich aufregend werden könnte. Der Brite Ghostpoet kommt mit einer Mischung aus Hip-Hop mit feinstem britischen Akzent und einer gehörigen Portion Indielectro von der eigenen Band daher. Das Ganze paart sich mit einer durchaus ansehnlichen Bühnenpräsenz zu einem entspannten aber trotzdem tanzbaren Hip-Hop-Act, der auf alle negativen Hip-Hop-Attitüden wie zu viele Beleidigungen und machohaftes Rumgepose getrost verzichten kann. Der einzige Wermutstropfen: warum zum Teufel singt seine Keyboarderin so wenig, wenn sie doch so eine Wahnsinnsstimme hat?!

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Highlight Nummer 2: Sizarr

Für den ein oder anderen ist diese Band wohl kein Geheimtipp mehr. Auch wir verfolgen das Landauer Trio schon einige Jahre und sind nach wie vor begeistert. Sizarr haben das gut gefüllte Palastzelt am Samstagabend zum Tanzen und Träumen gebracht. Sie spielten vor allem Songs aus dem zweiten Album „Nurture“ und kombinieren Indie mit elektronischen Klangsphären und der herausstechenden, unverwechselbaren Stimme von Sänger Fabian. Uns stellt sich nach diesem Maifeld Derby umso mehr eine Frage: was ist da los in Landau? Denn auch die Jungspunde von Drangsal, die wir mit ihrem punkigen 80er-Jahre Shoegaze ziemlich beeindruckend fanden, kommen ebenfalls aus diesem Örtchen in der Pfalz…

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Highlight Nummer 3: Arkells

Pünktlich zu den Sonnenstrahlen, die sich am Festivalwochenende eher wenig gezeigt haben, kamen die Kanadier Arkells am Sonntag auf die Fackelbühne. Ihr poppiger Indierock passt einfach perfekt zur entspannten Festivalatmosphäre und macht gute Laune. Wir waren direkt begeistert und können Euch diese tanzbaren, fröhlichen Stimmungsmacher nur empfehlen! Wer neugierig geworden ist: Arkells kommen im Herbst auf Tour nach Deutschland, die genauen Termine werden bald bekannt gegeben!

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Highlight Nummer 4: Astronautalis

Dieser Mann liefert den Beweis, dass Hip-Hop weder unmelodisch noch einfältig sein muss. Der Amerikaner kombiniert intelligente, gesellschaftskritische Texte mit Indieeinflüssen und einer ordentlichen Portion Jump and Run auf der Bühne. Astronautalis hat mit seiner Musik und seinem ansteckenden Temperament das Palastzelt zum Tanzen, Singen, Rappen und Springen gebracht. Außerdem war er einer der wenigen auf dem Derby, dessen Publikumskontakt über ein „How are you“, „Thank you“ und die üblichen spärlichen drei Worte zum Song hinaus ging. Wir sind überzeugt, dass man von Astronautalis noch sehr viel hören wird!

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Highlight Nummer 5: Wanda

Amore! Das Leben kann so leicht sein mit Wanda. Die Wiener Band singt selbstverständlich in breitestem österreichisch. In den Texten geht’s meist um Liebe, Trennungsschmerz, Alkohol und Rock’n’Roll. Und das wird so auch auf der Bühne zelebriert. Die Hemden der Band flattern im Wind, das Brusthaar auch und geraucht und getrunken wird auch viel. Wie man die Musik beschreiben soll? Wohl am ehesten so: a bisserl Pop, a bisserl Indie und a bisserl Schlager aber wohl eher eine sarkastische Interpretation dessen. Das Publikum rastet aus und wir können nachvollziehen, warum diese Band sich gerade zum Hype des Jahres mausert! Tim kauft sich noch diese Woche das Album und Tickets für das Konzert in Heidelberg im November. In diesem Sinne: Amore.

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Last but not Least –Highlight Nummer 6: Das Essen auf dem Maifeld Derby

Wir müssen es hier einfach nochmal erwähnen: die Verpflegung auf dem Maifeld Derby ist jedes Jahr wieder überwältigend! Egal ob Gemüsecurry mit Reis, Kuchen, Currywurst mit Pommes, vegetarische Maultaschen oder die Falafel von der Kombüse – man ertappt sich das ein oder andere Mal, wenn man eigentlich gesättigt erneut einen Essenstand ansteuert. Das ist sicherlich für ein Festival alles andere als selbstverständlich.

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Einen kleinen Kritikpunkt haben wir übrigens trotzdem. Der schlechte Kurs der festivaleigenen Währung Derbydollar hätte unserer Meinung nach nicht sein müssen…

Wer dieses Jahr leider nicht auf dem Maifeld Derby war oder schon sehnsüchtig auf das nächste Jahr wartet, dem können wir direkt ein Lächeln auf’s Gesicht zaubern: denn auch nächstes Jahr wird es wieder ein Maifeld Derby geben! Wir freuen uns schon darauf, wieder den ein oder anderen MAWAYOFLIFE-Leser dort zu treffen!

maifeld_derby_mannheim_2015_0021Fotos: Sebastian Weindel (www.sebastian-weindel.de), dort gibt es noch mehr Fotos vom Festival.