Porträt: Roswitha Götzmann vom Polizeipräsidium Mannheim

Typen

Während ihre Schulkameradinnen Ballerina oder Tierärztin werden wollten, wusste Roswitha Götzmann bereits als kleines Mädchen, dass sie einmal als Polizistin in einem Streifenwagen fahren und viel lieber Uniform als Tütü-Rock tragen möchte. Gesagt, getan: als eine der ersten uniformierten Polizeibeamtinnen Baden-Württembergs ist die gebürtige Badnerin inzwischen die Leiterin der Stabstelle für Öffentlichkeitsarbeit und somit Pressesprecherin des Polizeipräsidium Mannheims.

Polizeipräsidium Mannheim

„Heutzutage sind Frauen im Polizeidienst selbstverständlich. 1987, zu Beginn meiner Laufbahn, waren wir richtige Exoten und da kam es schon einmal vor, dass sich Männer freiwillig von einem festnehmen lassen wollten“, berichtet Frau Götzmann. Der Polizeiberuf lag bis zu dieser Zeit fast ausschließlich in männlicher Hand, Frauen mussten daher zunächst sehr viel Überzeugungsarbeit leisten und um die Anerkennung ihrer männlichen Kollegen kämpfen. Inzwischen, so Götzmann, die auch ihre Masterabschlussarbeit über Frauen im polizeilichen Dienst verfasst hat, sei die Akzeptanz aber nun glücklicherweise da. Weibliche Kräfte haben sich über die Jahre hinweg im Polizeidienst bewährt und so liegt der Frauenanteil des Mannheimer Präsidiums inzwischen bei fast 20 Prozent.

Polizistin Roswitha Götzmann

Während Frau Götzmann schmunzelnd von den Anfängen der weiblichen Dienstuniform und skurrilen Situationen, wie einer Fahrradstreife im weit ausgestellten Hosenrock, erzählt, frage ich sie, ob Frauen in polizeilichen Situationen denn anders handeln als ihre männlichen Kollegen? „Die Grundsätze des polizeilichen Handelns sind ja gleich, egal ob Frau oder Mann. Ihre Überlegungen und Herangehensweisen in den einzelnen Situationen, insbesondere als Führungskraft, sind wahrscheinlich wiederum unterschiedlich.“ Die Polizei von heute profitiere eben von den ganz individuellen Stärken ihrer weiblichen und männlichen Dienstkräfte und deren sich kollegial ergänzender Zusammenarbeit.

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In turbulenten Zeiten wie den vergangenen Tagen und Wochen wird besonders deutlich, welchen enorm wichtigen Beitrag die Polizei jeden Tag aufs Neue leistet. Doch wie geht man mit den oftmals sehr schwierigen Situationen, wie etwa Tötungs- oder Gewaltdelikten, um? Hat man da nicht manchmal genug? Die Mannheimer Polizeibeamtin erklärt mir, dass diese Situationen eben, so hart wie es auch klingen mag, zur polizeilichen Arbeit dazugehören. „Selbstverständlich geht einem das schon mal unter die Haut. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass es viele belastende Situationen in unserem Beruf gibt. Jeder geht damit anders um und muss für sich einen Weg finden, diese Eindrücke, notfalls auch mit professioneller Hilfe, zu verarbeiten.“

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„Es wäre toll, wenn sich auch künftig viele junge Menschen für den Polizeiberuf begeistern könnten. Selbst nach 29 Dienstjahren habe ich die Berufswahl nie bereut!“, beteuert die heutige Kriminaloberrätin. Das Polizeipräsidium Mannheim habe stets viele spannende und herausfordernde Aufgaben zu bewältigen: „Im Polizeiberuf ist jeder Tag eine Herausforderung, man weiß nie was kommt. Das macht den Beruf auch so spannend!“ Eine dieser neuen Herausforderungen stellt sicherlich auch der Umgang mit den sozialen Medien wie Facebook oder Twitter dar, auf dem die Polizei Mannheim bereits seit geraumer Zeit sehr aktiv ist und durch welchen sie den direkten Kontakt zu den Bürgern sucht. Auf diese Weise wolle man dem Bürger die Polizeiarbeit verständlicher machen und näher bringen aber auch gezielt über Präventionsmaßnahmen oder dringliche Sachlagen informieren.

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Ein idealer Ausgleich zum oftmals stressigen Berufsalltag besitzt bei Frau Götzmann übrigens ein braunes Fell, eine kalte Schnauze und hört auf den Namen Fred. Der schottische Border Terrier war als Welpe bei ihrer damaligen Dienststation, der Kriminalinspektion Heidelberg, oft mit von der Partie und sorgte für ein gutes Betriebsklima bei der Kriminalpolizei. Auf die Frage, ob sich der kleine Vierbeiner denn auch als Polizeihund eignen würde, lacht die 48-Jährige: „Ich müsste mit Fred wohl kräftig üben, sodass er die Einstellungsprüfung bei der Polizeihundestaffel schafft. Als Begleitung für Observationen ist er aber sicherlich geeignet.“

polizeiportrait_03Bilder: Sarina Kullmann (http://www.vergissmeinnicht-fotografie.de)


Wessen Interesse nun geweckt wurde, erfährt HIER, wie und wann man sich für den Polizeidienst bewerben kann
und welche Voraussetzungen hierfür nötig sind
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