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Porträt: Reisebloggerin Yvonne von lovelyforliving

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„Reisen veredelt den Geist und räumt mit unseren Vorurteilen auf“ – das hat schon Oscar Wilde gesagt und der musste wissen wovon er sprach. Heute gehört Reisen für viele Menschen ganz selbstverständlich zum Leben dazu. Für manche gehört es sogar zum Alltag. So geht es zum Beispiel Reisebloggerin Yvonne Reichert, die sich zurzeit gerade auf eine große Reise vorbereitet, die sie ab Januar nach Neuseeland, Australien und Asien führen wird.

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Die Studentin, die gerade frisch ihren Masterabschluss von der Uni in Freiburg erhalten hat, hat auch eine Weile in Mannheim gelebt und hier ihren Bachelor gemacht. Als abenteuerlustiger Mensch hat es sie jedoch schon an viele Orte der Welt geführt, wovon sie auf ihrem Blog „lovelyforliving“ berichtet. Neben klassischen Reiseberichten gibt’s hier vor allem jede Menge praktische Tipps zu allen Reisethemen. Die Artikel verschönert Yvonne natürlich mit wunderschönen Fotos, die sofort Fernweh aufkommen lassen und in jedem Artikel erfährt man auch etwas über Yvonne selbst. Da Yvonne gerade umgezogen ist und sich schon auf ihre große Reise vorbereitet, habe ich mich mit der Ex-Mannheimerin Yvonne via Skype über ihr Leben als Reisebloggerin, ihre Lieblingsdestinationen und ihre baldige Reise unterhalten:

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Was hat es mit dem Namen lovelyforliving auf sich?

Der Blog hat eine kleine Reise hinter sich – genau wie ich. Als ich mit dem Bloggen anfing, war die Seite noch ein Lifestyle Blog. Demnach fand ich den Namen passend. Der Blog veränderte sich jedoch und ich setzte den Fokus auf meine Leidenschaft das Reisen – der Name ist geblieben.

Wie bist du zum Reisen gekommen?

Ich war schon immer ein neugieriges und wissbegieriges Kind und liebte es, die Welt zu entdecken. Die richtige Reiselust entstand jedoch erst nach meinem Neuseeland-Aufenthalt mit 16. Ich war älter, auf dem Weg zum Erwachsen werden und sah die Welt mit anderen Augen. Die Reiselust hatte mich gepackt und ist bis heute Teil von mir.

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Mit wem reist du?

Meist reise ich mit Freunden oder gehe Freunde besuchen. Seit zwei Jahren begleitet auch meine Mama mich immer mal auf einen Trip. Ich finde es immer besonders schön, tolle Erlebnisse mit meinen Liebsten teile zu können – das verbindet. So richtig alleine gereist aka Backpackertour bin ich bisher noch nicht. Das kommt dann nächstes Jahr!

Hast du Tipps für Leute, die alleine reisen oder vielleicht ein Auslandssemester machen und Anschluss an Menschen suchen?

Nur Mut! Man lernt so schnell Leute kennen. Auch wenn man Hemmungen hat, sind meist alle offen und freundlich und nehmen einen sofort auf. Das ist wirklich schön! Die Angst alleine zu bleiben, ist meist unbegründet. Ein bisschen Überwindung, fremde Menschen anzusprechen, gehört zwar dazu, doch diese wird meist belohnt!

Wie finanzierst du dir deine Reisen?

Meine jetzigen Reisen finanziere ich mir komplett selbst. Seit ich 16 bin, hatte ich stets einen Nebenjob und da meine Mama ein Sparfuchs ist, lernte ich von frühauf, mit Geld umzugehen. Natürlich, ein Austauschjahr in Neuseeland – das konnte ich mit 16 nicht alleine finanzieren. Aber alles andere habe ich mir stets erarbeitet. Im Auslandssemester lebte ich mit Auslandsbafög und einem Kredit und letztes Jahr hatte ich das große Glück, eine Reise zu gewinnen. Manche Reisen kann ich mir teilweise über den Blog und Kooperationen finanzieren und wenn ich Freunde besuche, spare ich die Übernachtungskosten. Wenn man nicht gerade in Saus und Braus lebt, geht alles immer irgendwie.

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In einem Blogpost schreibst du drüber, dass du auf sehr viel verzichtest im Alltag und viel sparst. Ist das für dich überhaupt Verzicht oder lohnt sich das für die Reise?

Das ist eine sehr gute Frage. Natürlich ist es manchmal schade, wenn man zu einem Essen nicht mit gehen kann, oder die neue Hose nicht drin ist. Aber letztendlich weiß man immer, wofür man spart. Zudem denke ich immer an Menschen, die sehr viel weniger haben. Ich weiß zu schätzen, dass ich das Privileg habe, in Deutschland geboren zu sein, studieren zu dürfen und überhaupt die Möglichkeit zu haben, etwas beiseite legen zu können. Demnach ist es eigentlich kein wirklicher Verzicht – auf Reisen bekommt man so viel mehr zurück, das kein Geld der Welt erkaufen kann.

Wie reist du: gehst du in Hotels, Hostels, machst du AirBnB oder Couchsurfing oder gehst du backpacken?

Ich bin eigentlich meist in Hostels unterwegs. Gerne dann im Zweier-Zimmer, wenn es ein Urlaub ist. Ich liebe den Vibe in Hostels. Wenn man seine Ruhe möchte, kann man sie sich nehmen. Und wenn nicht, sind viele aufgeschlossene Menschen um einen herum, mit denen man was machen kann. Manchmal geht es aber auch ins Hotel – das ist besonders schön, wenn man mit einem Reisepartner unterwegs ist und nicht immer Lust auf Gesellschaft hat. Air Bnb und Couchsurfing habe ich noch nicht ausprobiert – bisher hatte ich damit ein wenig Hemmungen. Ich bin mir aber sicher, dass das auch noch kommt.

Du warst ja schon an ganz vielen Orten der Welt. Welches waren deine Top 3 Reiseziele und wo waren die Menschen am nettesten?

Meine Top drei Reiseziele – das ist Neuseeland, weil es eben ein wenig zweite Heimat ist, ich Freunde und Familie dort habe und das Land einfach wunderschön ist. Brasilien, weil ich mich dort wie Zuhause gefühlt habe und die Landschaft so enorm vielfältig ist. Und zuletzt New York, eine Stadt, in die man sich sofort verlieben kann. Am nettesten fand ich die Menschen in Brasilien – alle sind so gastfreundlich, herzlich und voller Lebensfreude.

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Im Januar gehst du ja auf große Weltreise: wo genau geht es hin?

Eigentlich wird es eher eine große Reise, als eine Weltreise. Zuerst geht es für ein paar Tage nach Sydney, bevor es zwei Monate nach Neuseeland geht. Danach geht es zurück nach Australien – nach Melbourne, die Ostküste und zuletzt für ein Freiwilligenprojekt an die Westküste. Danach geht es nach Bali und je nach Lust und Laune sowie meinen Finanzen, wird es nach Asien gehen.

Wie bereitest du dich auf eine Weltreise vor?

Um ehrlich zu sein, hatte ich neben meinem Masterabschluss wenig Zeit, mich wirklich vorzubereiten. Ich hatte von Anfang an eine große To-Do Liste und eine Packliste, die ich nach und nach abarbeitet habe. Ich wollte nicht auf den letzten Drücker einen großen Haufen Geld ausgeben müssen. Da ich schon so oft verreist bin, war das fast Routine. Aber bestimmte Dinge wie Impfungen, Verträge kündigen und co. müssen eben erledigt werden. Dabei hat es mir auch geholfen, auf Blogs herumzustöbern, die solche Listen schon erstellt haben.

Die große Herausforderung, bei einer Weltreise neben der Finanzierung ist meistens das Gepäck. Wie packst du und wie entscheidest du, was du brauchst – gerade weil du ja auch in unterschiedlichen Klimaverhältnissen unterwegs bist.

Wenn es etwas gibt, das ich am Reisen nicht mag, dann ist es das Packen. Meist habe ich zu viel mit, aber ich wechsle eben gerne auch mal das Outfit. Für die Reise habe ich mich entschieden, pragmatisch zu denken und für zehn Tage Basics einzupacken. Sollte am Ende noch Platz im Koffer sein, kann ich immer noch ein „Goodie“ mitnehmen. Aber ich kann meiner Mama auch ein paar dickere Sachen wieder mit zurück geben, da sie nach zwei Monaten nach Hause fliegt. Das ist natürlich praktisch.

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Hast du manchmal Heimweh nach Familie und Freunden?

Heimweh wäre vielleicht ein zu großes Wort, aber Sehnsucht habe ich immer. Ich bin ein absoluter Familienmensch. Da aber viele meiner Freunde in anderen Städten leben, ist eine längere Zeit, in der wir uns nicht sehen, schon eher normal. Zudem werde ich auf der kommenden Reise viele Freunde besuchen, somit wird das Heimweh sich wohl beschränken. Bei mir ist es jedoch immer ähnlich: bin ich daheim, habe ich Fernweh. Bin ich auf Reisen, habe ich „Heimweh“.

Ich habe gesehen, dass ein Kontinent bei dir noch fehlt: Afrika. Würdest du gerne bald nach Afrika?

Unbedingt! Afrika steht in jedem Fall auf der Liste. Zunächst war sogar Tanzania als erster Stop für die kommende Reise geplant, da meine beste Freundin dort ein Praktikum macht. Leider musste ich einsehen, dass das zeitlich und finanziell zu viel geworden wäre. Doch für später ist es definitiv geplant.

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Was machst du in deiner Freizeit, wenn du nicht reist? Bist du auch in deiner Heimat gerne unterwegs oder bist du auch manchmal gerne eine Couchpotatoe?

Ich bin auch so ein sehr aktiver und kommunikativer Mensch und bin immer viel unterwegs. Doch mag ich es genauso gerne mal einen Abend auf der Couch zu verbringen. Meist ist dieser Tag „Auszeit“ für mich der Sonntag, den ich nutze, um wieder Kraft für die kommende Woche aufzutanken.

Welchen Stellenwert nimmt deine Wohnung bei dir ein? Bist du so viel unterwegs, dass die Wohnung nur ein temporäres Dach über dem Kopf ist?

Für mich nimmt die Wohnung und das eigene Zuhause einen sehr hohen Stellenwert ein. Auch wenn Social Media einem vermitteln mag, dass man nur on the road ist – man hat ja doch auch ein Leben in Deutschland. Ich liebe es, meine Wohnung einzurichten und das Zuhause schön zu gestalten – selbstverständlich mit vielen Reise-Elementen. Für die kommende Reise habe ich meine Wohnung aufgegeben, doch freue ich mich schon jetzt auf die eigenen vier Wände danach.

Du hast ja auch in Mannheim gelebt und studiert: was hat dir an Mannheim gut gefallen?

Es ist was dran an dem Satz: in Mannheim weint man zwei Mal. Einmal, wenn man kommt und einmal, wenn man geht. So war es auch bei mir. Mannheim ist für mich eine ganz besondere Stadt: multikulturell, sehr offen und auch irgendwo charmant. Für mich gab es nichts Schöneres, als im Schloss studieren zu können und abends durch die vielen Bars zu ziehen. In der Stadt ist alles leicht erreichbar, jeder kennt jeden, doch ist Mannheim immer noch groß genug, um auch anonym zu sein. Was ich besonders mag: die Dynamik der Stadt, denn diese entwickelt sich immer weiter. Sie bleibt nicht stehen, genauso wenig wie die Einstellung der Bewohner.

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Kann Mannheim deiner Meinung nach mit anderen Städten in Europa oder weltweit mithalten?

Auf jeden Fall kann Mannheim mit anderen Städten Europas mithalten. Natürlich ist die Stadt nicht mit Großstädten wie Lissabon oder Sydney zu vergleichen, doch hat sie für eine Kleinstadt sehr viel Liebenswertes. Man muss den Kontrast einfach mögen zwischen der Industriestadt und rauen Ecken und dem pompösen Schloss auf der anderen Seite.

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Fotos: alle von Yvonne Reichert, www.lovelyforliving-mag.com