Andreas Margara

Andreas Margara von der Popakademie im Interview

Musik

Am 03.12. findet die Konferenz Zukunft Pop zum siebten Mal in der Popakademie statt, bei der es – der Name lässt es erahnen – um die Zukunft der Popmusik geht. Das Ganze ist jedoch weniger eine nüchterne Konferenz, sondern vielmehr auch ein Zusammentreffen des Who is Who der Musikszene. Verschiedene Vertreter aus Musikbranche, Kulturpolitik, Hochschul- und Bildungswesen, Popförderung und Medien sprechen in vier Panels über aktuelle Perspektiven und Zukunftsthemen aus Musikbranche, Popkultur und Hochschulausbildung. Im Anschluss an die Konferenz gibt’s außerdem kostenlose Livekonzerte von verschiedenen Newcomberbands.

Konferenz Zukunft Pop 2016


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Jedes Jahr gibt es außerdem ein Schwerpunktthema, über das diskutiert wird. In diesem Jahr beschäftigen sich die Speaker über „Brücken und Brüche“ und den Einfluss von Subkulturen auf den Mainstream. Dazu gibt es die Panels: Hip Hop, Electro und Punk mit namhaften Speakern, wie uns Andreas im Interview erzählt.

Konferenz Zukunft Pop 2016

Wir sind schon sehr gespannt und werden natürlich auch vor Ort seid. Im Zuge der Konferenz Zukunft Pop haben wir uns mit Andreas Margara, dem PR-Leiter der Popakademie getroffen und ihn über seinen spannenden Job und die Konferenz Zukunft Pop ausgefragt.

Andreas Margara Popakademie

Seit wann bist du für PR bei der Popakademie zuständig und wie bist Du zu dem Job gekommen?

Andreas: Ich leite seit knapp drei Jahren die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an der Popakademie. Da ich vorher schon als Pressesprecher bei einem Unternehmen gearbeitet habe und eigentlich aus dem Musikjournalismus komme hat das einfach super zusammengepasst. Die Musikszene hier kenne ich auch durch meine Veranstaltungsreihe Backpackers Tribute, die ich seit sechs Jahren regelmäßig organisiere.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag für Dich aus?

Andreas: Das Spannende an meinem Job ist: jeder Tag sieht anders aus. Es kann sein, dass ich morgens zur Arbeit komme und ein plötzlicher Anruf den gewohnten Tagesablauf völlig durcheinander wirbelt. Dann sitzt man schon mal spontan im ICE nach Wolfsburg und begleitet die Band Audiodamn! auf eine kurzfristig arrangierte Pressekonferenz…Mein Büro ist direkt neben dem von Udo Dahmen, dem Direktor der Popakademie. So können wir uns auf kurzem Weg austauschen und ich bekomme schnell mit was im Haus so passiert. Ich betreue auch die Social-Media-Kanäle der Popakademie und beobachte, wer wie über uns berichtet. Oft haben wir Fernsehteams zu Gast, die Beiträge mit uns drehen. Dabei lernt man immer wieder interessante Personen kennen. Mit Uwe Ochsenknecht am Set war es schon sehr unterhaltsam. Außerdem plane und organisiere ich die Konferenz Zukunft Pop.

Konferenz Zukunft Pop 2016

Du sitzt sozusagen direkt an der Newcomerquelle hier. In den letzten Jahren gab es einige erfolgreiche Popakademie Bands und Solokünstler, z.B. Joris oder Max Giesinger und Frida Gold, die im Bandpool waren. Welche Popakademie Bands oder Solokünstler findest Du aktuell sehr interessant?

Andreas: Es gibt hier eine riesige Range von Singer-Songwritern bis zu Punk und Producern – da ist musikalisch alles vertreten. Wir Mitarbeiter sehen in der Popakademie sehr oft Live-Konzerte. Es ist wirklich erstaunlich, welche Entwicklungsprozesse viele Studierenden in nur wenigen Jahren durchlaufen. Aktuell gefällt mir Sea Moya sehr gut, die kürzlich sogar „Band of the Week“ im Guardian waren. Das ist einfach genial produziert und äußerst funky. Aber auch in der Weltmusik gibt es spannende Musiker, wie z.B. das Puls Band Projekt mit einem syrischen Oud-Spieler und einer kretischen Kanun-Spielerin.
Von den Talenten kann sich jeder selbst ein Bild machen: An jedem dritten Mittwoch im Monat finden bei uns immer die öffentlichen „Work In Progress Club“-Veranstaltungen statt, da präsentieren die Studierenden ihre laufenden Bandprojekte live on stage.

Was genau erwartet denn die Besucher bei der Konferenz Zukunft Pop?

Andreas: Die Konferenz Zukunft Pop findet bei uns im künstlerischen Bereich statt, weshalb viele Musiker vor Ort sind. Im Fokus liegen diesmal Subkulturen, konkret sprechen wir über Punk, Hip Hop und Electro. Wir werden uns außerdem anschauen, wann eine Subkultur eigentlich keine Subkultur mehr ist und welche Brücken die Avantgarde zum Mainstream schlägt. Das Leitthema ist deshalb auch „Brüche und Brücken“. Rund um die Konferenz finden hands-on Workshops im Bereich Producing statt, an denen jeder kostenlos teilnehmen kann. Ab 20 Uhr gibt es noch Live-Konzerte in der Popakademie mit Ingold, Novaa & LO und Sea Moya. Der Eintritt ist frei!

Auf was freust Du Dich persönlich besonders bei der Zukunft Pop?

Andreas: Mir gefällt die heterogene Zusammensetzung der Speaker. Beim Electro-Panel spricht z.B. Daniel Miller, der Mute Records gegründet hat, früher Depeche Mode produziert hat und mit über 60 Jahren einen reifen Erfahrungsschatz mitbringt. Außer ihm spricht Anna Reusch, die ihre Karriere als DJane gerade erst so richtig in Fahrt bringt und im Sommer auf dem Love Family Park aufgelegt hat.
Wir haben versucht, die Panels durch vielfältige Perspektiven spannend zu halten. Beim Hip Hop-Panel spricht zum Beispiel der Deutschrap-Pionier Toni L von Advanced Chemistry und gleichzeitig haben wir mit DJ Tereza eine Vertreterin einer spannenden neuen Hip Hop-Generation in gleicher Runde.
Für das Punk-Panel konnten wir Thomas Schwebel von Fehlfarben gewinnen und Mark Reeder, der im letzten Jahr einen autobiografischen Dokufilm über die wilde Punk-Zeit im Westberlin der 80er Jahre herausgebracht hat und von Nick Cave bis Bowie alle getroffen hat. Die Band Pisse wird hingegen von Kritikern als große Punk-Hoffnung gefeiert. Mit denen hatte ich im Vorfeld schon eine extrem kurzweilige Kommunikation. Da wird es sicher einige Überraschungen geben!

Andreas Margara Popakademie

Thema Zukunft Pop: man hört immer wieder, dass Musiker aufgrund der Streaming-Dienste und der immer größer werdenden Konkurrenz im Internet immer weniger verdienen und größere Hürden vor sich haben, um erfolgreich zu werden. Denkst Du, die Popmusik hat eine Zukunft oder hören wir bald nur noch One-Hit-Wonder?

Andreas: Die Zeit der großen Plattenverkäufe ist sicherlich vorbei. An die Verkäufe von Madonna oder Michael Jackson kommt heute niemand mehr heran. Heute ist es wichtiger, sich selbst gut zu verkaufen und zielgruppenspezifisches Marketing zu betreiben. Gerade Social-Media bietet hier ganz neue Möglichkeiten, da man mit moderner Technik viel unabhängiger als früher produzieren kann und global überall zu erreichen ist. Diese Chancen sollte man nutzen, dann kann man als Musiker weiterhin erfolgreich sein. Wer sich dafür genauer interessiert, sollte sich am besten an der Popakademie einschreiben! (lacht)

Andreas Margara

Konferenz Zukunft Pop am 03.12. ab 12 Uhr in der Popakademie Baden-Württemberg, mehr Infos hier.

Konferenz Zukunft Pop 2016

Konferenz Zukunft Pop 2016

Während unseres Rundgangs in der Popakademie durften wir spontan ein bisschen bei Sängerin Kiara Maria und dem Produzenten The Soulmate Project reinlauschen. Was wir gehört haben, hat uns gut gefallen, wir sind schon gespannt, was man noch von ihnen hören wird!

Konferenz Zukunft Pop 2016