Cinemagraph MAWAYOFLIFE

Cinemagraph im Interview

Musik

Wer in Mannheims Musikszene unterwegs ist, sollte spätestens seit diesem Jahr auf die vier Jungs von Cinemagraph gestoßen sein, denn im Februar waren sie auf Tour durch Deutschland, wo sie ihre EP „An Adolescent Opera“ präsentiert haben und haben gerade ihren großen Tourabschluss in ihrer Heimatstadt Mannheim gefeiert. Den Besucherzahlen der Konzerte in der Quadratestadt zufolge entsteht hier schon ein mittelschwerer Hype mit schmachtenden Mädels und einer tanzwütigen und sehr textsicheren Fangemeinde.

Cinemagraph MAWAYOFLIFE
©Max Alber

Kein Wunder, denn was Cinemagraph abliefert, klingt nach feinem Indie-Rock mit sehr ausgefeilten poetischen Lyrics. Vergleiche mit den Arctic Monkeys kommen zwangsläufig, nicht nur wegen der Stimme von Sänger Advan, sondern auch wegen der dynamischen Wechsel innerhalb einzelner Songs und den bereits erwähnten Songtexten. Arctic Monkeys hin oder her – wir finden, dass Cinemagraph etwas sehr einzigartiges haben und das musikalische Potential ist auf jeden Fall da, um richtig gut abzugehen, auch außerhalb der Stadtgrenzen Mannheims. Zeit für uns also, sich mal mit den Jungs zu unterhalten:


Anzeige

Für alle, die euch noch nicht kennen: stellt euch doch mal kurz vor: wie heißt ihr, welchen Part habt ihr bei Cinemagraph und wie habt ihr euch überhaupt kennengelernt?
Wir sind Leon (Drums), Max (Gitarre), Advan (Gesang) und Paul (Bass). Am liebsten würden wir an dieser Stelle eine krasse Story über das Schicksal – und wie es uns zusammengebracht hat – erzählen, aber wir waren ganz unspektakulär einfach alle zusammen auf der Schule.


Wenn man an Musik und Mannheim denkt, denkt man natürlich sofort an Xavier Naidoo, Söhne Mannheims, Joris, Max Giesinger und Co. – also alles sehr gute aber ziemlich „klassische“ Popmusiker. Ihr klingt viel mehr nach britischem Indie aus Manchester, Leeds oder Sheffield. Woher kommt euer britischer Sound und vor allem: woher kommt dieser super authentische britische Akzent?!
Als wir angefangen haben zusammen Musik zu machen, waren Bands wie The Kooks, The Libertines und The Stone Roses einfach der gemeinsame Nenner. Wir haben uns aber nicht vorgenommen, genau die Musik zu machen, die wir jetzt machen – das hat sich einfach so ergeben.

Mal ehrlich: wie oft werdet ihr mit den Arctic Monkeys verglichen? Geht euch das auf die Nerven?
Wir waren jetzt in sieben verschiedenen Städten Deutschlands auf Tour und der Vergleich bleibt nirgends aus. Auf der einen Seite schmeichelt es uns, da die Arctic Monkeys natürlich große Vorbilder sind, auf der anderen Seite wird man damit auch immer in eine Schublade gesteckt.

Eure Texte sind sehr außergewöhnlich und erinnern auch textlich wieder an britischen Indierock. Wie viel investiert ihr ins Songwriting und wer von euch schreibt die Texte?
Alle machen alles. Wir haben beim Songwriting keine besondere Hierarchie. Jeder bringt gute Ideen mit.

Ihr seid aktuell in ganz Deutschland auf Tour. Wie läuft’s bisher?
Wir sind jetzt am Ende unserer Tour angelangt und super begeistert von der Welle der Euphorie, die uns entgegen geschlagen ist. Jetzt sind wir mit rauem Hals und Schnupfnase aber einem breiten Grinsen im Gesicht auf dem Weg zurück nach Mannheim, wo wir nochmal Kräfte für den großen Tourabschluss sammeln.

Die Musikszene in Mannheim ist sehr groß, trotzdem gibt es unserer Meinung nach noch viel zu wenig Live-Locations. Wie seht ihr das? Was fehlt eurer Meinung nach in Mannheims Musikszene?
Das sehen wir auf jeden Fall auch so. Wenn man schon den tausendsten Samstag in Folge 2000er Smash Hits Party feiert, anstatt Live Musik zu unterstützen, läuft unserer Meinung nach etwas falsch. Aber nichts gegen 2000er, das muss auf jeden Fall auch manchmal sein!

Viele Musiker zieht es früher oder später von Mannheim nach Hamburg oder Berlin. Was denkt ihr, woran das liegt? Könnt ihr euch das auch vorstellen?
Siehe die Frage davor, es gibt hier einfach zu wenige Live-Locations! Städte wie Berlin und Hamburg sind natürlich sehr reizvoll für jeden Musiker, uns nicht ausgeschlossen. Die Umzugswägen sind bis jetzt aber noch nicht bestellt.

Was ist für die Zukunft geplant?
Die Tour hat uns jetzt heiß gemacht, weiter an uns zu arbeiten und Songs zu schreiben. Dabei werden wir in nächster Zeit dann ja auch vom Bandpool der Popakademie unterstützt. Ansonsten werden wir in nächster Zeit auch noch ein paar Auftritte haben, die bald angekündigt werden. Bleibt gespannt!

Wie und wo verbringt ihr in Mannheim gerne eure Freizeit?
Je nach Jahreszeit und Laune: Café Rost, Alte Feuerwache, Meydan, Vienna, Rheinterassen, Neckarwiesen oder in Pauls WG und fast immer zu Viert.

Schaut euch hier das Musikvideo zu Baby Where You At (Video: Christian Fröhlich) an: