Bembel-with-Care® Gründer Benedikt Kuhn im Porträt

Typen

Im Mannheimer Stadtteil Jungbusch angekommen muss ich erst mal nach dem Klingelschild der Firma Bembel-with-Care® suchen. Ich stehe in einem gemütlichen Hinterhof, als ich endlich am Ziel angekommen bin. Es folgen einige knarrende Treppen, bis ich in einem heimelig renovierten Altbau stehe.

Der Gründer Benedikt Kuhn begrüßt mich gleich mit einem Strahlen im Gesicht. Ich lerne zwei seiner Mitarbeiter kennen, denen man die angenehme Arbeitsatmosphäre ansehen kann. In dem familiären Büro in Mannheim arbeiten acht kreative Köpfe, die sich um das Design und Marketing der Marke Bembel-with-Care® kümmern. „Ich bin gebürtiger Odenwälder und habe bewusst den Standort Mannheim als Arbeitsplatz gewählt. Ich brauche den Ausgleich zwischen hektischem Stadt -und dem ruhigen Landleben“, erklärt der Apfelweinliebhaber.

Sofort fallen mir die unzähligen Bilder und Kunstwerke auf, die das Büro zieren. Die Siebdrucke hat Benedikt selbst erstellt, erzählt er stolz. Interessant sind auch die etlichen Preise für seine Dosen-Designs und die unverwechselbare Verpackung seines Apfelweins.

Ein Bild fällt besonders auf: Der Metal-Fan, abgelichtet in einer Badewanne voll mit Apfelweindosen. Dahinter steckt aber nicht nur ein kreativer Einfall – das Foto ist Teil der Anzeigenkampagne „pro Dose“, welche in der Lebensmittelzeitschrift veröffentlicht wurde. Für Benedikt nicht nur ein beruflicher Erfolg. Mit der Umsetzung der Kampagne verbindet er eine seiner Leidenschaften: Baden. „Ich bade sehr gerne und trinke dazu ein bis zwei Dosen Apfelwein. Dabei kommen mir immer die kreativsten Einfälle in den Sinn. Mein Rekord liegt bei acht Stunden, die ich in der Badewanne verbracht habe“.

Seit 2007 gibt es Bembel-with-Care® bereits und Benedikt kann schon einige Erfolge aufweisen. So ist der beliebte Apfelwein bisher in über 2000 Verkaufsstellen gelistet. Zu finden sind seine ausgefallenen Dosen in Märkten wie REWE, Edeka oder Globus, aber auch in zahlreichen Tankstellen und Kiosken. Im Jahr 2016 wurden acht Millionen Dosen des traditionellen Getränks produziert.

Persönlich trinkt der selbsternannte „Apfelwein-Baron“ am liebsten den puren Apfelwein: „Groß geworden bin ich mit Apfelwein-Cola, aber wie das halt so ist, verändert sich mit den Jahren auch der Geschmack. Ich mag es mittlerweile ein bisschen herber und weniger süß. Deshalb bin ich auch Fan von der Apfelwein-Schorle.“

Das kann ich nur bestätigen: Als Gastgeschenk bekomme ich ein Care-Paket mit den vier verschiedenen Sorten überreicht. Ich öffne die schwarze Dose, die mit purem Apfelwein gefüllt ist. Der fruchtig spritzige Geschmack übertrifft meine Erwartungen– der Apfelwein hat eine angenehme Süße, die ihn sehr süffig macht. Wie das Getränk diese eigene Note bekommt und was hinter der Marke Bembel-with-Care® steckt, hat uns der Gründer höchstpersönlich verraten.

Was ist die Bedeutung der Marke Bembel-with-Care®?

Das Konzept von uns ist die Verschmelzung von Tradition und Innovation. Ich habe geschaut, was  in der Apfelweinkultur wichtig ist. Und bisher gab es da nur diese braunen Literflaschen, die auf den Etiketten Bembel, Gläser und Äpfel zeigen. Das ist die ganze Apfelweinwelt.

Ich habe überlegt, wie man den Apfelwein zeitgemäß designen kann, ohne auf diese herkömmliche Bildersprache zurückgreifen zu müssen. Und das ist das Ergebnis: Ich hab den Bembel, das Symbol in der Mitte unseres Logos, ausgewählt, weil er für mich der Inbegriff der Apfelweinkultur ist. Das ist ein traditionelles Tongefäß aus dem Apfelwein ausgeschenkt wird. Ansonsten wollte ich alles möglichst minimalistisch halten. Deshalb sind unsere Grundfarben auch schwarz und weiß.

Dabei rausgekommen ist ein international verständliches Icon: der traditionelle Bembel eingebettet in ein zerbrochenes Glas, das für die angebrochene Apfelweinkultur steht. Ein Jahr nach unserer Gründung wurde so wenig Apfelwein verkauft, wie noch nie zuvor. Der Pfeil nach oben bedeutet hingegen aufrechtstehen. Wir wollen die Kultur des Apfelweins wieder aufrichten. Und zusammen mit dem Slogan Bembel-With-Care wollen wir den sorgsamen Umgang mit der Apfelweinkultur verdeutlichen.

Sind alle eure Apfelwein-Sorten vegan?

Ja das ist richtig. Unser Grundprodukt ist der pure vegane Apfelwein, der in jeder unserer Sorten enthalten ist. Dieser wird ohne Gelatine gefiltert und kommt daher mit keinen tierischen Produkten in Berührung. Die Dose ist ebenfalls vegan. Das haben wir uns natürlich auch zertifizieren lassen. Unsere Cola ist ebenfalls vegan und auch der Kirschsaft ist veganer Sauerkirsch-Nektar.

Wie ist das mit den Kalorien bei dem Apfelwein?

Apfelwein ist das kalorienärmste alkoholische Getränk. Vor allem der sauergespritzte und der pure Apfelwein haben sehr wenige Kalorien. Bei den Sorten Kirsch und Cola kommt natürlich Zucker zum Einsatz, da Kirschsaft von Natur aus sehr sauer ist. Der Saft ist außerdem aus Direktsaft, bei dem wir auf Konzentrate verzichten.

Für uns ist es wichtig, hinter einem Produkt zu stehen, dass so nah an der Ursprünglichkeit ist wie möglich. Alles was nicht dazu gehört, kann man mit gutem Gewissen weglassen.Unser Apfelwein ist im Gegensatz zu den herkömmlichen Apfelweinen mit Kohlensäure versetzt und ein wenig süßer. Er schmeckt dadurch angenehm fruchtig und spritzig.

Wo produziert ihr euren Apfelwein?

Wir produzieren in der Kelterei Krämer im Odenwald.  Das Familienunternehmen gibt es seit 1928. Es war relativ klein, bevor wir 2008 die Zusammenarbeit mit ihnen gestartet haben. Das ist schon seit ich denken kann meine Lieblings-Kelterei. Ich bin aus dem Odenwald und habe daher auch einen örtlichen Bezug dazu. Sie haben geschmacklich meinen liebsten Apfelwein produziert und waren daher natürlich mein erster Ansprechpartner.

Wechselst du das Design der Dosen oder bleibt es so?

Grundsätzlich haben wir ein stehendes Design, das ich auch so beibehalten will, es gibt zusätzlich noch eine Sonderedition. Insgesamt gab es bisher aber vier Dekoränderungen. Das Design unterliegt also trotzdem dem ständigen Wandel. Ich bin ständig am Ausfeilen und Optimieren. Den Kunden wird das auf den ersten Blick nicht auffallen, dass sich etwas ändert. Für mich ist es aber wichtig, dass das Design ein bisschen lebt und mit der Zeit geht.

Bembel with Care

Wird der Online-Shop weiter ausgebaut? Bisher gibt es ja sogar schon ein Trinkspiel, hast du das selbst entwickelt?

Genau, das Spiel habe ich selbst konzipiert und Probe gespielt. Wir haben eigentlich mit einer reinen Merchandise-Marke angefangen, weil wir am Anfang keine Kelterei gefunden haben, die so mutig war, mit uns zusammen zu arbeiten. Deshalb habe ich die Firma gegründet, um die Marke schon mal bekannt zu machen und im nächsten Schritt dann eine Kelterei zu finden. Merchandising-Produkte sind wichtig, um eine Marke generell am Leben zu erhalten oder generell eine Markenwelt zu erschaffen. Und wir hatten ja noch nicht einmal das Kernprodukt, aber dafür Merchandise Produkte. Leider sind dann durch Produktion unseres Kernproduktes der Online-Shop und die Merchandise Produkte etwa stiefmütterlich behandelt worden. Seitdem hat sich nicht mehr so viel getan. Das Trinkspiel zum Beispiel ist neu. Aber wir sind dabei, das wieder aufzurollen und das ganze Thema weiter anzugehen.

Ihr exportiert bisher schon in Länder wie Spanien, die Schweiz oder Russland. Wie habt ihr das geschafft?

Aktiv haben wir uns bisher um keines dieser Länder gekümmert, die kamen alle auf uns zu. Für den Vertrieb im Ausland waren wir bisher einfach zu klein. Das mit Russland war eine lustige Geschichte: Russische Importeure, die Bier aus ganz Europa importieren, waren bei der Eichbaum Brauerei zu Besuch und haben gefragt, ob es in Deutschland etwas Ähnliches wie Cider gibt. Daraufhin hat Eichbaum uns vermittelt, da wir die Leute dort ganz gut kennen. Die Importeure waren von unserem Produkt begeistert und sind seitdem Kunden.

Warst du denn schon mal dort?

Nein bisher leider noch nicht. Aber irgendwann pack ich die Koffer und werde alle Länder abklappern und mit denen dort zusammen Apfelwein trinken.

 Nächstes Jahr hast du zehnjähriges Jubiläum – ist was geplant?

Es wird auf jeden Fall eine Jubiläumsfeier geben. Wie wir sie genau abhalten, steht aber noch nicht fest. Es wird auf jeden Fall was Dickes. Das ist ein Muss. In diesem Bereich ist es nicht so leicht als Newcomer durchzustarten. Und dass wir uns bisher zehn Jahre gehalten haben ist schon toll.

Wusstest du schon immer, dass du mal selbständig sein willst?

Ich war schon immer kreativ und wollte einen künstlerischen Beruf haben. Aber was genau wusste ich nicht. Letztendlich bin ich seit 2002 selbstständig. Ich habe eine Ausbildung zum Mediengestalter gemacht und habe mich dann im letzten Ausbildungsjahr selbstständig gemacht. Habe Auftragsarbeiten angenommen und in Agenturen gefreelanced. Dann habe ich 2004 ein Studium in Mannheim begonnen im Bereich Kommunikationsdesign. Zu diesem Zeitpunkt war ich ja dann schon einige Zeit selbstständig und will das auch nicht mehr missen. Es war eher der Spagat zwischen dem selbstständig und kreativ sein und jetzt auf einmal Unternehmer. Am Anfang habe ich sogar den Webshop ganz alleine gemanagte: vom Erstellen der Website über das Annehmen der Bestellungen bis hin zum Verschicken. Das kann man auf Dauer natürlich nicht alleine stemmen.

Fotos: Sebastian Weindel (http://www.sebastian-weindel.de/)

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