Wenn gesund auf lecker trifft: Die Tut Gut! Küche

Essen und Trinken

Oft sind es die kleinen Dinge. Dinge, die man auf den ersten Blick übersieht, an denen man im Alltagstrott vorüber geht und denen man vielleicht nur einen kurzen Gedanken schenkt, um sie im nächsten Moment wieder vergessen zu haben. So wäre es mir vielleicht gegangen, wenn ich an diesem einen Tag im Hochsommer ein wenig schneller gelaufen, es ein wenig eiliger gehabt hätte. Aber ich hatte Zeit, die Sonne schien und ich schlenderte durch die Mannheimer Seitenstraßen. Deswegen fiel mir der winzige Laden auf, vor dem sich, im Moment halb versteckt hinter einer Baustelle, vier kleine Stühle und zwei Tischchen befanden. „Tut Gut! Küche“ stand auf den Fahnen rechts und links der Eingangstür und schon der Name machte mich neugierig.

Jetzt, einige Wochen später, kehre ich zusammen mit Sarina zu dem kleinen Laden in Q2 zurück. Drinnen ist die Einrichtung zurückhaltend und unprätentiös: Tische, Stühle und einige Bilder rahmen die Durchreiche zur Küche ein, leise Jazzmusik tröpfelt aus den Lautsprechern und die Besitzer und Gründer Marie und Günther begrüßen uns herzlich. Wir lassen uns an einem der Tische nieder und während wir uns über Idee und Konzept der Tut Gut! Küche unterhalten, verfliegt die Zeit wie im Nu.

Die beiden ausgebildeten Ernährungswissenschaftler erzählen uns voller Leidenschaft von ihrem Wunsch, gesunde und leckere Küche wirklich jedem nahe bringen zu können – nicht nur Veganern, sondern auch Menschen, die sich ein gutes Körpergefühl wünschen und denen ihre Gesundheit am Herzen liegt.

In der Tut Gut! Küche wird nicht nur jedes Gericht ganz frisch zubereitet, die Speisen sind auch ohne Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe, frei von Zucker, ungesättigten Fettsäuren und industriell verarbeiteten Produkten. Wert legen Marie und Günther vor allem auf Rohkost, da in gar nicht oder nur sanft erhitztem Gemüse die meisten Nährstoffe enthalten sind.

Doch wer jetzt denkt, dass man in der Tut Gut! Küche lediglich ein paar gehackte Karotten und Kohlrabi vorgesetzt bekommt, hat sich schwer geirrt. Im Gegenteil, die netten Besitzer präsentieren Sarina und mir nicht nur einen genialen Süßkartoffel-Burger mit aromatischster Burgersauce, sondern auch einen prall gefüllten Kichererbsen-Burrito, von dem ich gar nicht genug bekommen kann. Als Vorspeise lassen wir uns ihre sogenannte „Cashewrella mit Tomate und Basilikum“ schmecken – die pflanzliche Alternative zum klassischen Caprese-Salat.

Als wir kurz vorm Platzen sind, kredenzen uns Marie und Günther noch die knackigen Zucchini-Spaghetti in cremiger Cashew-Basilikum-Soße sowie zwei verschiedene frische Salate. Dazu trinken wir hausgemachte, probiotische Minz- und Beeren-Limonade, den besten Chai-Latte, den ich je probiert habe, und ihren gesunden Kaffee-Ersatz „Wachmacher“ mit Maca-Pulver und Kakao, den die beiden mit einer hausgemachten Gewürzmischung perfektioniert haben.

Sarina und ich kommen aus dem Staunen kaum heraus, welch leckere und abwechslungsreiche Gerichte man mit rein pflanzlichen Zutaten zaubern kann. Während wir es uns schmecken lassen, erzählen uns die beiden von ihrem Traum, das Bewusstsein für eine gesunde und wohltuende Ernährung zu erweitern, von ihren Plänen für Koch-Workshops und dem Ernährungs-Coaching, das sie in ihrem Projekt „Heilende Küche“ an die Menschen vermitteln. Sich selbst bezeichnen Marie und Günther als Food-Rocker, die seit nunmehr einem Jahr zeigen, dass gute Ernährung hipp, modern und vor allem heilend ist.

Nach dem Besuch in der Tut Gut! Küche (und nachdem wir uns noch ein sagenhaftes Kokos-Schoko-Törtchen geteilt haben) sind wir, was gesunde Ernährung angeht, um ein Vielfaches schlauer und versprechen uns, in Zukunft mehr darauf zu achten, was wir essen. Gerade wenn es so einfach und lecker ist und vor allem: Einfach gut tut!

Übrigens wird sich die Tut Gut! Küche bald ein wenig umgestalten: Einige neue Speisen, anderer Name, frisches Design – aber sowohl die Philosophie als auch die Qualität, die Sarina und mich so begeistert haben, werden dieselben bleiben. Wir halten euch auf dem Laufenden!

Fotos: Sarina Kullmann (http://www.sarinakullmann.de/)

ENGLISH VERSION:
„Tut gut Küche“ musst be one of the german words you can’t really translate, but let’s try it: it means something like „Wellbeing or Wellness kitchen“. The owners Marie and Günther, both nutritionists, founded this place because they wanted people to feel good about their bodies and eat well and healthy. They serve only raw food because it contains the most nutrients – but this doesn’t mean that it tastes bad: the food is really delicious and you don’t have to feel bad about anything you ate, because it’s all sugarfree, without flavour enhancers or preservatives. Our tip: try the sweetpotatoe burger and the chai latte!

Besucht die Homepage
Die Tut Gut! Küche auf Facebook

Tut Gut! Küche
Q2, 13
68161 Mannheim

Straßenbahnen: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8
Haltestellen: Paradeplatz, Marktplatz

Öffnungszeiten:
Dienstag und Mittwoch: 12:00 – 15:00
Donnerstag, Freitag und Samstag: 12:00 – 19:00
Montag und Sonntag: Ruhetag