Der Brückenaward – Mannheims Festival für alle

Musik

Für mich als Musikliebhaber ist der Besuch beim Brückenaward Ende August zum Abschluss der Freiluftsaison schon seit Jahren Tradition. Die Atmosphäre unter der Eisenbahnbrücke am Neckar ist genial. Es gibt gutes Essen, leckeres Bier und vor allem immer großartige Bands zu entdecken. Und obwohl das Festival nichts kostet, ist von der Organisation über die Technik bis zur Gestaltung des Festivalgeländes alles perfekt. Grund genug, einfach mal mit Christian und Joachim vom Brückenaward e.V. am „Tatort“ mit Blick auf den Neckar und den Mannheimer Industriehafen spazieren zu gehen und zu erfahren, wie das überhaupt möglich ist.

Tobias im Gespräch mit Christian und Joachim


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„Ich finde es verrückt, so etwas nicht zu machen“ entgegnet Christian trocken auf meine Frage, ob man als Festivalmacher nicht ein bisschen wahnsinnig sein muss. Mannheim habe der Initiative nie Steine in den Weg gelegt. In den ersten Jahren des Festivals war es vor allem die damalige Popbeauftragte Beril Yilmam, die dem neu gegründeten Verein mit Rat und Tat zur Seite stand. Denn um ein Festival auf die Beine zu stellen, braucht man nicht nur Herzblut, Sponsoren und Partner, sondern muss auch eine Reihe von bürokratischen Hürden überwinden. Zuerst gilt es, eine geeignete Rechtsform zu finden, bei unkommerziellen Festivals bietet sich natürlich die etwas umständliche Vereinsgründung an. Dann kommt das Genehmigungsverfahren mit allen möglichen und unmöglichen Behördengängen und Auflagen.

Christian und Joachim vom Brückenaward

Letztes Jahr erlebten ungefähr tausend Besucher faszinierende Bands wie die international beachteten Mannheimer Sea Moya oder Ef aus Schweden. Kaum vorstellbar, dass die Organisatoren ein paar Jahre zuvor einfach mal ins kalte Wasser gesprungen sind. Tatsächlich haben fast alle Festivals irgendwann klein angefangen. Die meisten gehen aber nach ein paar Versuchen wieder ein oder werden immer größer und kommerzieller. Nicht so der Brückenaward, der sich schon immer vor allem als Impulsgeber für die Szene in der Region verstanden hat: „Es ging uns von Anfang an darum, dass andere uns das nachmachen und ihre eigenen Brückenawards auf die Beine stellen“ stellt Joachim klar.

Spaziergang vor Ort

Wie viel Arbeit hinter so einem Festival steckt, kann man sich kaum vorstellen. Eigentlich beginnen sofort nach den Aufräumarbeiten, die sich bis tief in die Sonntagnacht ziehen können, schon die Planungen für das nächste Jahr. Die Bands werden nicht in erster Linie nach Bekanntheit, musikalischem Genre oder Hype ausgesucht. Entscheidend sind vor allem ein individueller Charakter und die passende Grundhaltung. “Wir brauchen keine Bands, die nur auf der Bühne stehen wollen. Wer Musik macht, sollte auch darüber hinaus selbst kulturell aktiv sein, Veranstaltungen besuchen oder am Besten sogar selbst als Veranstalter tätig sein” betont Christian. Headliner gibt es selten. Die große Stärke des Festivals ist seit Jahren seine stilistische Vielfalt und die durchgehend hohe Qualität der Bands.

Vorfreude auf das Festival

Wirklich viele Nachahmer hat der Verein mit seiner Arbeit in Mannheim bisher noch nicht gefunden, dafür expandierte man immer weiter in die Breite. Zu dem großen Event im August der Winteraward im Forum hinzu, das Brückenaward-Zelt auf dem Maifeld Derby und zuletzt ein Ableger in Ludwigshafen. “Uns ist es wichtig, dass Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg kulturell näher zusammenrücken.” Joachim wohnt seit einiger Zeit auf der anderen Seite des Rheins, Christian kommt ursprünglich aus Oppau. Also gibt es noch viel zu tun in den nächsten Jahren. Und wer nicht nur mitfeiern, sondern sich auch selbst engagieren möchte, kann sich gerne jederzeit bei den beiden melden. Freiwillige Helfer sind genauso gerne gesehen wie Leute, die ein eigenes Festival auf die Beine stellen wollen und von den Erfahrungen und Ratschlägen des Teams profitieren möchten.

Fotos: Sebastian Weindel (www.sebastian-weindel.de)

8. Mannheimer Brückenaward
Freitag 25.8. bis Samstag 26.8.2017
Eisenbahnbrücke Neckarstadt-West (Bunsenstraße)

LINE-UP:
Nuage & Das Bassorchester
The Schogettes
Messed.
Kosmonovski
GringoMayer
Bal
Urban Colors
Idiophon
Emma Elisabeth
FRANKA

Besucht die Webseite:
www.brueckenaward.de

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